Mitglieder

Wenn ich weit zurückdenke, fing alles mit meiner Begeisterung für die Marschmusik an. Oft habe ich mir gedacht, wenn der Musikverein an der Ratheimer Kirmes durch die Straßen marschierte: „Könntest du doch nur ein Instrument spielen. Dann wärst du jetzt auch dabei.“

Sicherlich habe ich dadurch auch meine Kinder beeinflusst. Sie erlernten alle ein Blasinstrument und spielten beim Musikverein mit. Es vergingen einige Jahre, bis ich auf einmal von meinen Kindern „genötigt“ wurde, als Beckenspieler in Mönchengladbach beim Stadtschützenfest mitzuspielen. Der Vertrag sah es damals vor, dass mindestens 20 Musiker beim Umzug mitgehen mussten und es fehlte der 20. Mann.

Anschließend bin ich zum Paukenspieler aufgestiegen. Das war aber dem Vereinsurgestein Reinhold Jansen viel zu wenig. Er meinte, aus mir könnte man noch was machen. Tenorhorn sei doch genau das richtige Instrument für mich.
Gesagt, getan.

Jeden Sonntag ging ich fleißig zu Reinhold in den Proberaum und lernte das Tenorhorn spielen. Es dauerte gar nicht lange, da bin ich auch auf der Straße mitgezogen. Natürlich mit „meinem“ Tenorhorn. Glauben sie mir, es ist gar nicht so einfach gleichzeitig Tenorhorn zu spielen und im Gleichschritt zu laufen. Ungeübten kann da schnell die Luft knapp werden. Aber irgendwann kam die Kondition dazu und ich hatte keine Mühe mehr, beim Marschieren zu spielen.

Das Gemeinsame musizieren mit meinem Lehrmeister, brachte mir viele Jahre große Freude. Dann verstarb Reinhold plötzlich und unerwartet. Irgendwie fühlte ich mich sehr alleine im Verein, denn ohne Reinhold fehlte mir das „Zugpferd“ beim Spielen dem ich immer folgen konnte. Jetzt war ich plötzlich das einzige Tenorhorn und, manchmal wollte ich einfach aufgeben. Aber die anderen Musiker aus dem Musikverein ließen mich nicht gehen. Alle haben mich unterstützt, besonders meine Tochter Susanne, die mich mit ihrem Tenorsaxophon begleitete.

Heute bin ich nicht mehr alleine. Mit Heiner, Bernhard und Olaf habe ich drei Supermusiker an meiner Seite. Wir haben viel Spaß bei den Proben und da kann es auch mal vorkommen, dass wir einen Einsatz verpassen, weil wir etwas zu viel geredet haben. Das gehört aber nun mal dazu. Kommen sie doch einfach mal vorbei. Wir freuen uns.

Rainer Höbig, 2009